Vergleich · ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot
ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot: Wo dein Geld mehr Rente bringt
Du sparst schon selbst in ETFs? Dann hast du das Schwerste hinter dir. Ab 2027 legt der Staat auf die ersten 150 € im Monat kräftig drauf – wir zeigen dir, wann sich das lohnt und wann dein freier Sparplan die bessere Wahl bleibt.
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Die kurze Antwort
Beides – und zwar in der richtigen Reihenfolge
ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot? Für die meisten lautet die Antwort: beides. Auf die ersten 1.800 € im Jahr – also 150 € im Monat – legt der Staat ab 2027 im Altersvorsorgedepot bis zu 540 € Zulage drauf, plus 300 € je Kind und je nach Einkommen einen Steuervorteil. So viel Vorsprung schafft kein ETF-Sparplan aus eigener Kraft. Alles darüber hinaus sparst du weiter frei: flexibel, jederzeit verfügbar, ohne Bindung bis zur Rente.
Die Frage ist also nicht „entweder – oder“, sondern: Wie viel deiner Sparrate gehört ins Depot, wie viel bleibt frei? Das hängt von drei Dingen ab – ob du förderberechtigt bist, ob du das Geld vor der Rente brauchen könntest und wie viel du im Monat zurücklegst. Genau das gehen wir auf dieser Seite durch.
Meine Aufteilung mit Julia besprechen
- 1Frei weitersparen – wenn du nicht förderberechtigt bist oder das Geld in den nächsten Jahren brauchen könntest.
- 2Beides kombinieren – die ersten 150 € im Monat ins Depot, der Rest bleibt im freien Sparplan. Für die meisten der beste Weg.
- 3Alles ins Depot – wenn du ohnehin nicht mehr als 150 € im Monat sparst, einen Notgroschen hast und das Geld wirklich für die Rente ist.
Entscheidungshilfe
ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot: Drei Fragen, die es entscheiden
Du brauchst dafür nichts als deinen Kontoauszug – und eine ehrliche Antwort auf die Frage, wofür das Geld gedacht ist.
Bist du förderberechtigt?
Die Zulagen bekommen Angestellte in der gesetzlichen Rentenversicherung, Beamte, Ehe- und Lebenspartner – und ab 2027 erstmals auch Selbstständige. Entscheidend ist dein Status, nicht dein Einkommen.
Tipp von Julia: Ohne Förderberechtigung bringt dir das Depot keine Zulage – dann bleibt der freie Sparplan dein Weg. Bei Elternzeit, Minijob oder Studium ist der Status nicht immer eindeutig; das klären wir vorher.
Könntest du das Geld vor der Rente brauchen?
Im Altersvorsorgedepot ist dein Geld bis zum Rentenbeginn gebunden. Nimmst du es früher heraus, zahlst du die Förderung zurück. Der freie Sparplan dagegen ist jederzeit verkaufbar.
Tipp von Julia: Erst ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben, dann das Depot. Was du für Auto, Umzug oder Eigenkapital brauchst, gehört in den freien Sparplan – nie ins Depot.
Wie viel sparst du im Monat?
Gefördert werden bis zu 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr, also 150 € im Monat. Auf die ersten 360 € im Jahr gibt es 50 Cent je Euro, darüber 25 Cent – zusammen bis zu 540 €, dazu je nach Einkommen ein Steuervorteil. Alles darüber bringt keine zusätzliche Förderung – so rechnet auch unser Rechner.
Tipp von Julia: Bis 150 € im Monat: alles ins Depot. Sparst du mehr, teil es auf – 150 € ins Depot, der Rest frei. So nimmst du die volle Zulage mit und bleibst beweglich.
Im Vergleich
ETF-Sparplan, Altersvorsorgedepot oder beides – der Vergleich
Jede Zeile ist eine Frage, die du dir wahrscheinlich gerade stellst. Die blaue Spalte ist der Weg, den wir am häufigsten empfehlen.
Grundlage: Altersvorsorgereformgesetz, die Fragen & Antworten des Bundesfinanzministeriums (Stand Mai 2026) sowie die geltenden Regeln zur Abgeltungsteuer. Kosten- und Steuerannahmen entsprechen unserem Vorsorgedepot-Rechner. Was für dich gilt, rechnen wir im Gespräch durch.
Selbsttest
ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot? Finde es in sechs Fragen heraus
Beantworte sechs kurze Fragen zu deiner Situation. Du bekommst sofort eine Einschätzung, wie viel deiner Sparrate ins Depot gehört – und warum. Deine Antworten bleiben auf dieser Seite und werden nicht gespeichert.
Der Selbsttest ist eine erste Orientierung nach den Regeln des Altersvorsorgereformgesetzes. Er ersetzt keine Prüfung deiner konkreten Situation durch eine erfahrene Beraterin oder einen erfahrenen Berater – und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Deine Einschätzung
Diese Einschätzung ist eine erste Orientierung auf Basis deiner Angaben und der Regeln des Altersvorsorgereformgesetzes. Sie ersetzt nicht die Prüfung deiner konkreten Situation durch eine erfahrene Beraterin oder einen erfahrenen Berater und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Aus der Beratung
„Dein Sparplan ist nicht das Problem. Die Frage ist nur, welcher Teil davon eine Zulage verdient.“
Julia Kohnke berät in Koblenz und digital und hat sich auf die Planung individueller Vorsorgekonzepte spezialisiert. Wer schon selbst in ETFs spart, bekommt von ihr meist zuerst ein Kompliment – und dann eine Rechnung.
„Wer zu mir kommt und schon einen ETF-Sparplan hat, hat das Wichtigste verstanden: regelmäßig sparen, breit streuen, dranbleiben. Da rede ich niemandem rein. Ich lege nur die Zahlen daneben: Auf die ersten 150 € im Monat gibt der Staat bis zu 540 € im Jahr dazu, plus Steuervorteil – ein Vorsprung, den kein ETF von allein liefert. Also teilen wir auf: 150 € ins Depot, der Rest bleibt frei. Und wenn jemand in drei Jahren ein Haus kaufen will, sage ich genauso klar: Lass das Geld frei, das Depot ist für die Rente. Klartext statt Verkaufsgespräch – das ist mein Job.“
Ehrlich gerechnet
Die 150-Euro-Regel: So viel legt der Staat auf deine Sparrate drauf
Das Altersvorsorgedepot ist kein anderes Produkt als dein ETF-Sparplan – es sind dieselben ETFs. Der Unterschied liegt in zwei Dingen. Erstens die Förderung: auf die ersten 360 € im Jahr 50 Cent je Euro, darüber 25 Cent – bis zu 540 € bei 1.800 € Eigenbeitrag –, dazu 300 € je Kind, ein Steuervorteil je nach Einkommen und keine Steuern auf Gewinne, solange du sparst. Zweitens die Kosten: Unser Rechner setzt für das Depot 1 % im Jahr an, für ein klassisches ETF-Depot je nach Anbieter 2 bis 6 %. Alles über 1.800 € ist im Depot nur gebunden, ohne zusätzliche Förderung. Deshalb: 150 € ins Depot, der Rest frei.
Nimm Lena: 34, angestellt, zwei Kinder, spart 250 € im Monat in einen ETF-Sparplan. Teilt sie ab 2027 auf – 150 € ins Depot, 100 € frei –, kommen jedes Jahr 1.140 € Zulagen dazu, ohne dass sie einen Euro mehr spart. Auf ihre 1.800 € im Depot sind das 63 % obendrauf, bevor die ETFs überhaupt einen Cent Rendite gemacht haben – der Steuervorteil aus dem Sonderausgabenabzug kommt je nach Einkommen noch dazu.
Bei der Auszahlung im Ruhestand wird der Depot-Teil mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert – unser Rechner vergleicht das Kapital zum Auszahlungsstart, diese Besteuerung ist darin noch nicht enthalten. Ist dein Steuersatz dann niedriger als heute, bleibt vom Vorsprung viel übrig. Wie es in deinem Fall aussieht, zeigt dir der Rechner in fünf Minuten.
Beispiel mit den Zulagen ab 2027, wie sie auch unser Rechner ansetzt: bis zu 540 € Grundzulage bei 1.800 € Eigenbeitrag, 300 € je Kind. Steuervorteil und spätere Besteuerung der Auszahlung sind hier nicht enthalten.
Gut zu wissen
ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot: Drei Dinge, die dir niemand sagt
Gefördert werden nur 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr. Was du darüber einzahlst, ist im Depot genauso bis zur Rente gebunden wie der Rest – ohne einen Cent Zulage. Genau dafür ist dein freier Sparplan da.
Ins Altersvorsorgedepot fließen nur neue Beiträge – und Guthaben aus alten Riester-Verträgen. Deinen bestehenden ETF-Bestand musst du nicht verkaufen und solltest es auch nicht. Er läuft einfach weiter.
Unser Rechner setzt für das Vorsorgedepot 1,0 % laufende Kosten im Jahr an – und für ein klassisches ETF-Depot je nach Anbieter 2 % (Neobroker), 4 % (Onlinebank) oder 6 % (Hausbank). Über 30 Jahre ist dieser Kostenvorteil neben der Förderung der zweite große Unterschied. Nach fünf Jahren kannst du den Depot-Anbieter kostenlos wechseln.
FAQ
Häufige Fragen: ETF-Sparplan oder Altersvorsorgedepot
Deine Frage ist nicht dabei? Dann stell sie Julia direkt. Wir schauen gemeinsam auf deine Sparrate und sagen dir, welche Aufteilung für dich passt.
Frage stellenKann ich meinen ETF-Sparplan einfach ins Altersvorsorgedepot übertragen?
Nein. Ins Altersvorsorgedepot fließen nur neue Beiträge – und Guthaben aus alten Riester-Verträgen. Du eröffnest das Depot zusätzlich und richtest dort einen neuen Sparplan ein. Deinen bisherigen ETF-Bestand behältst du einfach.
Muss ich meinen freien Sparplan kündigen?
Nein. Beide laufen nebeneinander. Die meisten senken nur die freie Rate um die 150 €, die ab 2027 ins Depot gehen – und lassen alles andere, wie es ist.
Kann ich im Altersvorsorgedepot dieselben ETFs besparen wie bisher?
Du wählst aus dem Angebot deines Depot-Anbieters. Breite Welt-ETFs bieten viele an, die genaue Auswahl unterscheidet sich aber von Anbieter zu Anbieter. Das vergleichen wir mit dir, bevor du dich festlegst.
Wie werden ETF-Sparplan und Altersvorsorgedepot besteuert?
Beim freien Sparplan zahlst du auf Gewinne rund 26 % Abgeltungsteuer; bei Aktien-ETFs bleiben 30 % des Gewinns steuerfrei – effektiv also rund 18 %, so rechnet auch unser Rechner. 1.000 € im Jahr sind über den Sparer-Pauschbetrag ganz frei. Im Altersvorsorgedepot fallen während des Sparens keine Steuern an, dafür wird die spätere Auszahlung mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch ohne Kinder?
Ja. Bis zu 540 € Zulage auf 1.800 € Eigenbeitrag sind 30 % obendrauf – dazu kommen der Steuervorteil aus dem Sonderausgabenabzug und die steuerfreie Ansparphase. Mit Kindern wird es noch mehr, ohne Kinder bleibt es trotzdem ein Vorsprung, den kein freier Sparplan hat.
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Wenn du noch tiefer einsteigen willst
Du willst wissen, wie viel deiner Rate ins Depot gehört?
Sag uns, was du im Monat sparst und wofür. In einem kurzen Gespräch rechnen wir dir vor, was das Depot bei dir bringt – ehrlich, auch wenn die Antwort lautet: Bleib bei deinem Sparplan.


