Kosten auf einen Blick
Ein Altersvorsorgedepot kostet Gebühren, wie fast jede Geldanlage. Wie viel genau, hängt vom Anbieter ab. Mit diesen vier Zahlen kannst du die Kosten gut einordnen.
100 €
höchstens im Jahr bei 10.000 €
So viel darf das Standarddepot dich bei 10.000 € Guthaben pro Jahr maximal kosten. Das entspricht 1 %.
1 Zahl
für den Vergleich
In den Effektivkosten stecken alle Gebühren zusammen. Der Anbieter muss sie dir vor dem Abschluss nennen.
0 €
Wechsel nach fünf Jahren
Ab dann darf dein bisheriger Anbieter nichts mehr verlangen, wenn du zu einem anderen gehst.
240 €
Zulage bei 50 € im Monat
So viel legt der Staat pro Jahr dazu. Das ist ein Vielfaches dessen, was die Kosten anfangs ausmachen.

Höchstens 1 % im Jahr beim Standarddepot
Jeder Anbieter, der ein Altersvorsorgedepot verkauft, muss auch eine besonders einfache Variante im Programm haben: das Standarddepot. Fonds auswählen musst du dort nicht. Dein Geld fließt in zwei Fonds, die der Anbieter vorher festlegt, einen vorsichtigeren und einen chancenreicheren. In den Jahren vor der Rente wird es nach und nach in den vorsichtigeren Fonds umgeschichtet.
Für das Standarddepot gilt per Gesetz, dass alle Kosten zusammen höchstens 1 % im Jahr betragen dürfen. Im ersten Gesetzentwurf standen noch 1,5 %, der Bundestag hat die Grenze im März 2026 gesenkt.
Diese Grenze gibt es allerdings nur beim Standarddepot. Wer seine Fonds selbst zusammenstellt oder einen Vertrag mit Garantie abschließt, zahlt unter Umständen mehr. Dann lohnt es sich, die Angebote genau zu vergleichen.
Was 1 % in Euro bedeutet
Die Kosten werden in Prozent angegeben, weil sie von deinem Guthaben abhängen. Liegt mehr Geld im Depot, zahlst du in Euro auch mehr. So ist es bei Fonds und Depots allgemein üblich, und so weisen die Anbieter die Kosten auch aus.
Mit 10.000 € im Depot sind 1 % rund 100 € im Jahr, bei 0,5 % sind es rund 50 €. Überweisen musst du diesen Betrag in der Regel nicht, der Anbieter zieht ihn direkt von deinem Guthaben ab. Deshalb fallen die Kosten im Alltag kaum auf.
Du musst dafür nicht wissen, wie viel schon in deinem Depot liegt. Gib einfach ein, wie viel du im Monat sparen möchtest und wie lange. Dann siehst du, wie viel Euro an Kosten im Jahr und insgesamt zusammenkommen.
Kosten insgesamt über die ganze Sparzeit. Vereinfachte Rechnung mit Einzahlung zu Monatsbeginn, 5 % Wachstum im Jahr vor Kosten, ohne Zulagen und Steuern. In Wirklichkeit schwankt die Entwicklung.
Wer an deinem Depot mitverdient
Wenn von Gebühren die Rede ist, klingt das oft abstrakt. Dahinter stehen aber ganz konkrete Unternehmen und Menschen, die für ihre Arbeit bezahlt werden. Diese drei sind es:
Der Anbieter
Deine Bank, ein Online-Broker oder eine Versicherung
Bei ihm schließt du den Vertrag ab und er führt dein Depot, so wie deine Bank dein Girokonto führt. Er verwahrt deine Fondsanteile, kümmert sich um die Verwaltung und schickt dir regelmäßig eine Übersicht über dein Guthaben.
Kostet dich: Depot- oder Verwaltungsgebühr
Die Fondsgesellschaft
Das Unternehmen hinter den Fonds
Sie legt das Geld im Fonds an und sorgt dafür, dass es so investiert wird wie angekündigt. Bei einem ETF folgt sie einfach einem Börsenindex, deshalb ist das vergleichsweise günstig. Manchmal gehört die Fondsgesellschaft zum selben Konzern wie der Anbieter.
Kostet dich: Fondskosten (laufende Kosten)
Beratung und Vermittlung
Bankberaterin, Versicherungsvertreter oder Finanzberatung
Wer dich berät, erklärt dir die Möglichkeiten und kümmert sich um den Abschluss. Bezahlt wird das über die Abschluss- und Vertriebskosten, die beim Altersvorsorgedepot über die ganze Sparzeit verteilt werden. Schließt du ohne Beratung online ab, fällt dieser Teil oft kleiner aus.
Kostet dich: Abschluss- und Vertriebskosten
Und der Staat? Er verdient an deinem Depot nichts. Im Gegenteil, mit der Zulage legt er jedes Jahr Geld dazu.
Was Anbieter, Fondsgesellschaft und Beratung zusammen kosten, steckt in einer einzigen Zahl: den Effektivkosten. Jeder Anbieter muss sie dir vor dem Abschluss im Produktinformationsblatt nennen, und mit ihr kannst du Angebote direkt miteinander vergleichen.
Abschlusskosten werden über die ganze Sparzeit verteilt
Bei vielen Riester-Verträgen wurden die Abschlusskosten gleich in den ersten Jahren fällig. Wer früh gekündigt oder gewechselt hat, hatte deshalb oft kaum etwas angespart. Beim Altersvorsorgedepot ist das nicht mehr erlaubt. Die Abschlusskosten müssen gleichmäßig über die gesamte Sparzeit verteilt werden. Günstiger werden sie dadurch nicht, aber bei einem Wechsel zahlst du sie nicht doppelt.
Früher bei vielen Riester-Verträgen
Abschlusskosten in den ersten Jahren
Beim Altersvorsorgedepot
gleichmäßig über die ganze Sparzeit verteilt
Was ein Anbieterwechsel kostet
Wenn du mit deinem Anbieter nicht mehr zufrieden bist, kannst du wechseln. Für die Kosten gibt es feste Obergrenzen.
Auch zu Rentenbeginn ist ein Wechsel noch möglich, etwa zu einem Anbieter mit besseren Bedingungen für die Auszahlung.
Wechselkosten auf einen Blick
Schon einen Riester-Vertrag?
Einen bestehenden Riester-Vertrag kannst du in ein Altersvorsorgedepot übertragen, ohne die bisherige Förderung zurückzuzahlen. Dabei können allerdings Kosten entstehen. Ob sich der Schritt für dich lohnt, zeigt unser Vergleich zwischen Altersvorsorgedepot und Riester.
Lisas Rechnung über 30 Jahre
Lisa legt 30 Jahre lang jeden Monat 100 € zurück, zusammen also 36.000 €. Wir nehmen an, dass ihr Geld vor Kosten um 5 % im Jahr wächst. Ganz ohne Kosten hätte sie am Ende rund 81.900 €. So sieht es mit Kosten aus:
Die Gebühren wachsen mit Lisas Guthaben. Bei 1 % zahlt sie im ersten Jahr nur rund 6 €, im letzten Jahr dagegen rund 640 €, weil dann fast 69.000 € im Depot liegen. Über 30 Jahre kommen so rund 8.000 € an Gebühren zusammen.
1,5 % sind beim Standarddepot nicht erlaubt. So hohe Kosten können aber bei Depots mit eigener Fondsauswahl oder bei Garantieprodukten vorkommen. Gerade dort lohnt sich deshalb der genaue Blick auf die Effektivkosten.
Vereinfachte Modellrechnung mit Einzahlung zu Monatsbeginn und gleichbleibendem Wachstum, ohne Zulagen und Steuern. In Wirklichkeit schwankt die Entwicklung, Verluste sind möglich.
Warum die Zulagen meist mehr bringen, als die Kosten nehmen
Wer 50 € im Monat einzahlt, also 600 € im Jahr, bekommt vom Staat 240 € Grundzulage dazu. Mit höheren Beiträgen sind bis zu 540 € Grundzulage im Jahr möglich, für jedes Kind kommen bis zu 300 € hinzu. Je nach Einkommen gibt es außerdem einen Steuervorteil.
Nach dem ersten Jahr liegen in diesem Beispiel 840 € im Depot. Bei 1 % Kosten wären das rund 8,40 €. Wie es bei deinem Beitrag aussieht, zeigt der Altersvorsorgedepot-Rechner.


Vier Fragen für das Gespräch mit dem Anbieter
- „Wie hoch sind die Effektivkosten?“Beim Standarddepot liegen sie bei höchstens 1 %, viele Angebote sind günstiger.
- „Ist das ein Standarddepot?“Falls nicht, frag nach, was du für die höheren Kosten bekommst.
- „Hat der Vertrag eine Garantie und was kostet sie?“Eine Garantie schützt vor Verlusten, kostet aber in der Regel Rendite.
- „Was kostet die Auszahlung im Alter?“Du kannst zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan wählen. Für beides fallen Kosten an.
Wenn du lieber ohne Förderung und dafür flexibel sparen möchtest, hilft dir unser Vergleich zwischen freiem Sparen und Altersvorsorgedepot weiter.
Wir schauen mit dir, welches Angebot zu deiner Sparrate passt und was es dich wirklich kostet. Kostenlos und unverbindlich.
Kosten gemeinsam prüfenKleines Lexikon
Die wichtigsten Wörter rund um die Kosten, kurz erklärt.
