Partner der tecis Finanzdienstleistungen
Die kurze Antwort
Brauchen Selbstständige eine private Altersvorsorge?
Ja, Selbstständige brauchen fast immer eine eigene Altersvorsorge. Wer nicht pflichtversichert ist, zahlt nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein und bekommt im Alter daraus nur, was aus früheren Jahren als Angestellte oder Angestellter stammt. Auch pflichtversicherte Selbstständige, etwa im Handwerk oder in der Lehre, kommen mit der gesetzlichen Rente allein selten aus.
Gleichzeitig sind Selbstständige frei in der Wahl ihrer Bausteine. Ab 2027 sind sie im Altersvorsorgedepot erstmals förderberechtigt, wenn sie eine Steuererklärung abgeben, und bekommen bis zu 540 € Grundzulage im Jahr, für jedes Kind bis zu 300 € mehr. Beiträge zur Basisrente lassen sich zusätzlich von der Steuer absetzen.
Wichtig ist die Reihenfolge. Zuerst Einkommen und Gesundheit absichern, dann eine feste Sparquote festlegen und sie gezielt auf Förderung und Steuervorteil verteilen.

Jede Selbstständigkeit ist anders
Vorsorge ist so individuell wie dein Geschäft
Die Grafikerin, die im ersten Jahr jeden Euro ins Geschäft steckt. Der Tischlermeister, der seit Jahren Pflichtbeiträge zahlt und trotzdem eine Lücke hat. Der Berater, der in einem Jahr doppelt so viel verdient wie im nächsten.
Alle sind selbstständig, und trotzdem braucht jede und jeder etwas anderes. Deshalb gibt es bei uns keine Standardlösung. Wir hören zuerst zu und rechnen dann mit deinen Zahlen.
Fragen, die wir oft hören
Deine Situation
Wo stehst du gerade?
Was für deine Vorsorge wichtig ist, hängt stark davon ab, in welcher Phase deiner Selbstständigkeit du bist.

Gründung und erste Jahre
Am Anfang ist das Geld knapp, und die Vorsorge rutscht nach hinten. Prüf zuerst mit unserem Rentenpflicht-Check, ob du rentenversicherungspflichtig bist. Für die Zulagen im Altersvorsorgedepot reichen schon 10 € im Monat, die volle Grundzulage gibt es ab 150 €.

Schwankendes Einkommen
Leg eine feste Quote deiner Einnahmen zurück statt eines festen Betrags und halte einen Puffer für Steuern und flaue Monate. Im Altersvorsorgedepot kannst du Beiträge anpassen oder den Vertrag ruhen lassen und in guten Jahren mehr einzahlen, bis 6.840 € im Jahr.

Pflichtversichert in der Rentenversicherung
Handwerker in der Handwerksrolle, selbstständige Lehrkräfte, Hebammen und Künstler über die Künstlersozialkasse zahlen schon heute Pflichtbeiträge, meist 18,6 % des Gewinns. Daraus entsteht eine gesetzliche Rente, die aber selten reicht. Altersvorsorgedepot und ETF-Sparplan ergänzen sie gut.

Kurz vor dem Ruhestand
Viele planen, ihr Unternehmen zu verkaufen oder zu übergeben, und verlassen sich auf den Erlös. Rechne lieber mit einer vorsichtigen Zahl und kläre früh, wie er besteuert wird. Bei hohem Einkommen kurz vor dem Ruhestand kann die Basisrente wegen des Steuervorteils noch interessant sein.
Rücklage-Rechner
Wie viel solltest du zurücklegen?
Angestellte zahlen 18,6 % ihres Bruttos in die Rentenversicherung, die Hälfte davon übernimmt der Arbeitgeber. Das ist eine gute Orientierung für deine eigene Sparquote. Stell deinen Gewinn und dein Alter ein und sieh, was daraus werden kann.
Vereinfachte Modellrechnung vor Steuern und Krankenversicherung, in heutigem Geld. Annahmen: 5 % Rendite nach Kosten, 2 % Inflation, die Sparrate wächst mit der Inflation, Auszahlung bis 85 mit 3 %. Die ersten 150 € im Monat fließen ins Altersvorsorgedepot und bekommen die Grundzulage. Die gesetzliche Rente zum Vergleich mit Rentenwert 42,52 € und Durchschnittsentgelt 51.944 € (2026).
Orientierung: 18,6 % deines Gewinns
im Monat, so viel fließt bei Angestellten mit gleichem Einkommen in die Rente
Monatliche Auszahlung brutto, in heutigem Geld
Dein Vorsorgeplan
Die Bausteine für deine Vorsorge
Als Selbstständige oder Selbstständiger stellst du deine Vorsorge selbst zusammen. Diese vier Bausteine passen fast immer.
Einkommen absichern
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung und ein Krankentagegeld sichern dein Einkommen, wenn du ausfällst. Ohne Einkommen fließt auch nichts in die Vorsorge.
Mehr zur Absicherung →Altersvorsorgedepot
Bis zu 540 € Grundzulage im Jahr und 300 € je Kind, erstmals auch für Selbstständige. Flexibel, mit ETFs und ohne Garantiezwang.
Zum Altersvorsorgedepot →Basisrente
Beiträge setzt du als Sonderausgaben ab, das lohnt sich vor allem bei hohem Einkommen. Dafür ist das Geld bis zur Rente gebunden und wird nur als Rente ausgezahlt.
Rürup oder Alternative →ETF-Sparplan und Rücklage
Für alles über die Förderung hinaus und als Puffer für schwache Monate. Du kommst jederzeit an dein Geld, bekommst dafür aber keine Zulagen.
Altersvorsorge mit ETF →Die Krankenversicherung kostet im Alter oft mehr als gedacht
Viele Selbstständige sind freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichert. Im Ruhestand kommt es darauf an, ob du in die Krankenversicherung der Rentner kommst. Dafür musst du in der zweiten Hälfte deines Berufslebens zu mindestens 90 % gesetzlich versichert gewesen sein. Wer in dieser Zeit lange privat versichert war, schafft das meist nicht.
Als freiwilliges Mitglied zahlst du im Alter Beiträge auf fast alle Einkünfte, also auch auf private Renten, Mieten und Kapitalerträge. Die Rentenversicherung beteiligt sich nur an dem Teil für die gesetzliche Rente. Privat Versicherte zahlen ihren Beitrag weiter allein, und der steigt mit den Jahren oft deutlich.
Status früh klären
Prüf früh, ob du die Voraussetzungen für die Krankenversicherung der Rentner erreichen kannst. Später lässt sich das kaum noch ändern.
Beiträge auf alle Einkünfte
Als freiwilliges Mitglied werden im Alter auch private Renten und Kapitalerträge beitragspflichtig. Plane das bei deiner Vorsorge ein.
Rücklage einplanen
Ob gesetzlich oder privat, leg für die Krankenversicherung im Ruhestand eigens etwas zurück, damit sie deine Rente nicht auffrisst.
Unser Beratungsansatz
Kenne die Lücke, bevor du sie schließt.
Als Selbstständige oder Selbstständiger entscheidest du selbst, wie viel du zurücklegst. Die Frage ist, wie viel du wirklich brauchst und wo jeder Euro am meisten bringt.
Wenn deine Vorsorge schon reicht, sagen wir dir das ehrlich.
- 1BestandsaufnahmeWir schauen auf deinen Steuerbescheid, deine Renteninformation und deine bestehenden Verträge, auch Rürup.
- 2AbsichernWir prüfen, ob du bei Krankheit, Berufsunfähigkeit und für deine Familie gut abgesichert bist.
- 3Sparquote festlegenWir legen fest, wie viel du zurücklegst, und verteilen es auf Altersvorsorgedepot, Basisrente und ETF-Sparplan.
Förderung ab 2027
So viel Förderung bekommst du als Selbstständige oder Selbstständiger
Ab 2027 sind Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende im Altersvorsorgedepot erstmals förderberechtigt, wenn sie eine Steuererklärung abgeben. Bei Riester waren die meisten von ihnen noch außen vor.
Beispiel
150 € im Monat, ohne Kinder
Du zahlst 1.800 € im Jahr ein und bekommst die volle Grundzulage. Bei einem Gewinn von 60.000 € kommt über die Steuer noch etwas dazu.
540 €
Zulage im Jahr, plus Steuervorteil
Eigene Förderung berechnenBestehende Verträge
Du hast schon einen Riester-Vertrag?
Viele Selbstständige haben noch einen Riester-Vertrag aus ihrer Zeit als Angestellte. Zulagen gibt es dafür nur, wenn du rentenversicherungspflichtig bist, etwa im Handwerk oder über die Künstlersozialkasse, oder wenn dein Ehepartner förderberechtigt ist und du selbst mindestens 60 € im Jahr einzahlst. Mit deinem Vertrag hast du vier Möglichkeiten.
Weiterzahlen
Bist du pflichtversichert oder über deinen Ehepartner förderberechtigt, bekommst du weiter Zulagen. Ohne Förderberechtigung zahlst du dagegen ohne Zulage in einen Vertrag, der oft hohe Kosten hat.
Mehr zur Riester-Rente →Ruhen lassen
Du stellst den Vertrag beitragsfrei. Bisherige Zulagen und Steuervorteile bleiben im Vertrag, nur die Verwaltungskosten laufen weiter.
Mehr zu Riester ruhen lassen →Ins Altersvorsorgedepot wechseln
Ab 2027 kannst du dein Guthaben ins Altersvorsorgedepot übertragen, ohne die Förderung zu verlieren. Dort bekommst du als Selbstständige oder Selbstständiger mit Steuererklärung wieder Zulagen. Der Wechsel ist endgültig.
Mehr zu Riester wechseln →Kündigen
Bei einer Kündigung zahlst du alle Zulagen und Steuervorteile zurück. Bevor du kündigst, lohnt sich fast immer ein Blick auf die anderen Wege.
Mehr zu Riester kündigen →Geplante Rentenpflicht
Was bedeutet die geplante Altersvorsorgepflicht für dich?
Eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige ist politisch geplant, aber noch nicht beschlossen. Die Koalition hat im Juli 2026 angekündigt, sie in einem Gesetzespaket umzusetzen, einen Gesetzentwurf gibt es bisher nicht (Stand Oktober 2026). Nach den bisherigen Plänen geht es zunächst um neue Selbstständige ohne andere Pflichtabsicherung. Mitglieder von Versorgungswerken und Selbstständige mit ausreichender anderer Vorsorge sollen ausgenommen werden.
Für dich heißt das, jetzt mit dem Vorsorgen anfangen und flexibel bleiben. Bestehende Vorsorge soll nach den bisherigen Plänen angerechnet werden können. Den aktuellen Stand erklären wir im Ratgeber zur Rentenpflicht für Selbstständige.
Schon heute pflichtversichert?
Wer nach § 2 SGB VI pflichtversichert ist, etwa in der Handwerksrolle oder über die Künstlersozialkasse, muss sich selbst bei der Rentenversicherung melden. Sonst drohen Nachforderungen für bis zu vier Jahre. 2026 liegt der Regelbeitrag bei 735,63 € im Monat, in den ersten drei Jahren nach der Gründung bei 367,82 €.
Zum Rentenpflicht-Check
Absichern
Einkommen und Familie absichern
Als Selbstständige oder Selbstständiger trägst du das Risiko, krank zu werden oder ganz auszufallen, allein. Einen gesetzlichen Schutz bei Berufsunfähigkeit gibt es für alle, die nach 1960 geboren sind, nicht mehr, und eine Erwerbsminderungsrente setzt Pflichtbeiträge in den letzten Jahren voraus. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir dann eine monatliche Rente.
Für kürzere Ausfälle sorgt ein Krankentagegeld, denn Krankengeld bekommst du als Selbstständige oder Selbstständiger nur, wenn du es selbst abgesichert hast. Für deine Familie zählt außerdem eine Risikolebensversicherung, gerade wenn du einen Kredit für dein Geschäft oder deine Wohnung abbezahlst.
Warum zuversichert
Warum du deine Altersvorsorge-Beratung mit zuversichert machen solltest
Als Selbstständige oder Selbstständiger brauchst du keinen weiteren Vertrag, sondern jemanden, der Einkommen, Steuern, Förderung und Absicherung zusammen denkt.
Gesamtplan statt Einzelprodukt
Wir schauen auf alles, was du schon hast, von Renten aus früheren Jobs über Rürup bis zu deinen Rücklagen, und bauen daraus einen Plan, der zu deinem Einkommen passt.
Ehrlich, auch wenn nichts zu tun ist
Wenn deine Vorsorge schon reicht, sagen wir dir das. Wir verkaufen dir nichts, was du nicht brauchst.
Über 250 Produktpartner
Als Berater der tecis Finanzdienstleistungen AG vergleichen wir breit. tecis hat keine eigenen Produkte, wir empfehlen, was zu dir passt.
4,8 Sterne bei Google
Das sagen unsere Kundinnen und Kunden. Das Erstgespräch dauert 15 Minuten, ist kostenlos und findet persönlich in Berlin, Koblenz oder digital statt.
Unser Team
Dein Ansprechpartner für Selbstständige
Unser Berater Felix Kropp ist seit 20 Jahren in der Finanzberatung und Spezialist für Altersvorsorge und private Krankenversicherung. Er ist für die tecis Finanzdienstleistungen AG tätig und hat über tecis Zugang zu über 250 Produktpartnern.
Im ersten Gespräch schauen wir auf deinen Gewinn, deine bestehende Vorsorge und deine Absicherung und rechnen aus, wie viel du zurücklegen solltest. Du triffst uns in Berlin, in Koblenz oder digital.

FAQ
Häufige Fragen zur Altersvorsorge für Selbstständige
Brauchen Selbstständige eine private Altersvorsorge?
Ja, Selbstständige brauchen fast immer eine private Altersvorsorge. Wer nicht pflichtversichert ist, baut keine gesetzliche Rente auf, und auch Pflichtversicherte kommen mit ihr allein selten aus. Ab 2027 hilft das geförderte Altersvorsorgedepot, für das Selbstständige erstmals förderberechtigt sind.
Bekommen Selbstständige die Förderung im Altersvorsorgedepot?
Ja, ab 2027 sind Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende im Altersvorsorgedepot erstmals förderberechtigt, wenn sie eine Steuererklärung abgeben. Dann gibt es bis zu 540 € Grundzulage im Jahr, bis zu 300 € je Kind und vor dem 25. Geburtstag einmalig 200 € Bonus.
Wie viel sollten Selbstständige für die Rente zurücklegen?
Eine gute Orientierung sind 18,6 % des Gewinns, so viel zahlen Angestellte zusammen mit ihrem Arbeitgeber in die Rentenversicherung. Wer später anfängt oder im Alter mehr braucht, legt mehr zurück. Wichtig ist eine feste Quote, die bei jedem Zahlungseingang direkt beiseitegeht.
Lohnt sich die Rürup-Rente für Selbstständige?
Die Rürup-Rente lohnt sich vor allem für Selbstständige mit hohem Einkommen kurz vor dem Ruhestand, weil der Steuervorteil dann am größten ist. Dafür ist das Geld bis zur Rente gebunden, der Vertrag lässt sich nicht kündigen und wird nur als Rente ausgezahlt. Für die meisten sind flexiblere Bausteine wie das Altersvorsorgedepot oder ein ETF-Sparplan die bessere Wahl.
Gibt es eine Rentenpflicht für Selbstständige?
Eine allgemeine Rentenpflicht für Selbstständige gibt es noch nicht. Sie ist politisch geplant, ein Gesetzentwurf liegt aber noch nicht vor (Stand Oktober 2026). Schon heute pflichtversichert sind nach § 2 SGB VI unter anderem selbstständige Lehrkräfte, Handwerker in der Handwerksrolle, Hebammen und Künstler über die Künstlersozialkasse.
Was passiert, wenn ich als Selbstständiger berufsunfähig werde?
Wer als Selbstständiger berufsunfähig wird, bekommt vom Staat meist nichts. Einen gesetzlichen Schutz bei Berufsunfähigkeit gibt es für alle ab Jahrgang 1961 nicht mehr, und eine Erwerbsminderungsrente setzt Pflichtbeiträge in den letzten Jahren voraus. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke.
Beitragswerte 2026 laut Deutscher Rentenversicherung, Förderung nach dem Altersvorsorgereformgesetz. Stand: 21.10.2026, keine Rechts- oder Steuerberatung.
Weiterlesen
Wenn du noch tiefer einsteigen willst
Altersvorsorge für Selbstständige: Deine Optionen
Gesetzliche Rente, Rürup, ETF, bAV und Altersvorsorgedepot im Vergleich.
Zum Artikel →Rentenpflicht für Selbstständige
Wer heute schon einzahlen muss, was geplant ist, mit Rentenpflicht-Check und Beitragsrechner.
Zum Artikel →Rürup-Alternative
Basisrente, Altersvorsorgedepot und freies ETF-Depot im direkten Vergleich.
Zum Vergleich →Wie viel solltest du wirklich zurücklegen?
Bring deinen letzten Steuerbescheid und, wenn du hast, deine Renteninformation mit. Wir rechnen aus, wie viel du zurücklegen solltest, prüfen deine Absicherung und zeigen dir, welche Förderung dir ab 2027 zusteht. Wenn alles passt, sagen wir dir das ehrlich.

